Übergabe zwischen Schichten: Was wirklich besprochen werden muss
Übergaben sind die wichtigste Information-Schleuse im Pflegedienst, und werden oft zur Plauder-Stunde. Wie Sie strukturierte Übergaben hinbekommen, die in 15 Minuten alles Wichtige transportieren.
Warum Übergaben oft scheitern
Zwei Probleme: zu lang oder zu unstrukturiert. Wenn jede Pflegekraft 10 Minuten über ihre 8 Klienten redet, dauert die Übergabe eine Stunde, und nichts bleibt hängen.

SBAR-Methode (aus der Klinikpflege)
Strukturierter Rahmen, der pro Klient max. 90 Sekunden braucht:
- Situation: Wer ist der Klient, was ist los?
- Background: Welche Vorgeschichte ist relevant?
- Assessment: Was beobachte ich aktuell?
- Recommendation: Was sollte die nächste Schicht beachten?
Beispiel: „Frau Schmidt (S), seit gestern sehr müde, bei ihr ist normalerweise Diabetes ein Thema (B), Blutzucker heute Vormittag 180 (A), bitte heute Nachmittag noch einmal messen lassen (R)."
Was nicht in die formelle Übergabe gehört
- Lange Erzählungen über Lebensumstände: wenn relevant in Klientenakte
- Beschwerden über andere Mitarbeiter: separates Gespräch
- Technische Probleme mit Software: anderes Forum
Schriftlich + mündlich = optimum
Schriftliche Übergabe (z.B. in Software) für die Detaildaten, mündliche Übergabe für die Beobachtungen und „Bauchgefühle". Beides hat Daseinsberechtigung.
Was bei Tag-Nacht-Wechsel anders ist
Bei nächtlicher Bereitschaft: Übergabe muss kompakter sein, weil der Mitarbeiter müde wird oder ist. Hier hilft eine schriftliche Bullet-Point-Liste mit max. 5 wichtigsten Punkten. Der Rest ist in der Akte.
Tool-Frage
Wer Software nutzt, sollte Übergabe-Notizen direkt am Klienten erfassen können. Sonst bleibt zu viel im Kopf der einzelnen Pflegekraft. Ein „Übergabe-Tab" im Klientenprofil mit den letzten 5-10 Notizen ist Goldwert.
Stand: April 2026.
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